Die ersten Jahre im Leben eines Kindes tragen entscheidend zur Entwicklung der Persönlichkeit bei. Aus diesem Grund ist die frühkindliche Bildung von so enormer Bedeutung. Nun stellt sich die Frage, was genau frühkindliche Bildung bedeutet und wie genau diese aussehen soll.

Um das zu begreifen, müssen wir verstehen wie das kindliche Gehirn funktioniert. In einem Interview mit dem Kinderpsychiater wurden folgende Erkenntnisse gewonnen:

Bevor sich der Verstand entwickeln kann, müssen sich Emotionen entwickeln

  • In Gegensatz zu früher weiß man, dass sich das Gehirn eines Kindes ständig entwickelt.
  • Nach der Geburt sind die Sinne von der Mutter losgelöst und nehmen Kontakt mit der Umwelt auf.
  • Kinder kommen nicht fertig auf die Welt, deswegen benötigen sie Schutz, Unterstützung und Geborgenheit.
  • Die größten störender Faktoren sind die Erwachsenen: Wenn Kinder etwas selber machen möchten werden sie von Eltern gestört die keine Zeit haben. Denen wird überall eingeredet, dass sie keine Zeit hätten.

Eltern müssen ein Herz für ihre Kinder haben und sich die Zeit für sie nehmen

  • Sie müssen die Kinder die Welt jedoch selbst erfahren lassen und dabei beobachten.
  • In den ersten Lebensjahren entwickelt sich auch die soziale Kompetenz und Stellung in der Gesellschaft
  • Es gibt keine Altersgrenze, ab der das Kind selbstständig wird, Eltern müssen genau beobachten, das Kind zeigt ihnen, wie weit es ist.
  • Im Gehirn eines Babys ist anfangs keine Emotionalität vorhanden, lächeln oder schreien ist lediglich ein Trick, um die Mutter zu binden.
  • Emotionale Empfindungen werden erst in den kommenden sechs Jahren ausgebildet wobei die ersten drei Jahre besonders wichtig sind. Damit sich die Strukturen bilden können, müssen optimalerweise die Eltern die Bezugspersonen sein.

Dauernd wechselnde Bezugspersonen können, können die Entwicklung stören und irreparable Schäden verursachen

  • In einer Kinderkrippe sollte eine Betreuerin zwei Kinder optimalerweise sogar nur ein Kind betreuen.
  • In einem Kindergarten sollte den Kindern möglichst viele unterschiedliche Sachen angeboten werden, man sollte möglichst viele unterschiedliche Reize geben.
  • Das Langzeitgedächtnis beginnt erst im Alter von fünf Jahren richtig zu arbeiten, bis dahin besteht die höchste Priorität darin, das emotionale Gedächtnis auszubauen. Dieses ist für essenziell für eine Sozialkompetenz und das Miteinander in einer Gruppe.  

Sprache ist emotionales Lernen, deshalb macht Englischlernen sogar schon im Kindergarten Sinn.

  • Hier ist jedoch ein Bezug notwendig. Zum Beispiel sieht Kind eine Person und weiß, dass diese gleich Englisch sprechen wird. So verbindet das Kind Englisch mit einer Person und kann die Sprache viel besser erlernen.
  • Der größte Faktor bei sozialer Ungerechtigkeit liegt darin, wie fit ein Kind bei der Einschulung ist, hier werden die Grundsteine gelegt.